Stadtwerke-Kompetenzzentrum Elektromobilität in Gründung

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Stadtwerke erschließen kundennah elektrische Mobilität

Aachen. 27.01.2010 Das Stadtwerke-Netzwerk Trianel, das seit vergangenem Jahr gemeinsam mit 29 Projektpartnern im Bereich Elektromobilität aktiv ist, gründet in Aachen das Kompetenzzentrum Elektromobilität. Im Versorgungsgebiet der Projektpartner leben rund 3,5 Millionen Menschen. Mittelfristig wollen die beteiligten Stadtwerke für ihre Kunden die Strukturen bereitstellen, um elektrisch mobil zu sein. Im Trianel-Netzwerk ergeben sich dabei nicht nur Vorteile im Wissenstransfer, sondern auch durch Mengenvorteile bei der Beschaffung von Infrastruktur und Fahrzeugen.

Nach den Planungen der Bundesregierung sollen im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Bezogen auf die Projektpartner sind dies rund 45.000 Elektro-Autos.

„Hier kann unser Netzwerk Mehrwert für die Partner generieren, der sich in barer Münze für die Stadtwerke und ihren Kunden auszahlt“, erläutert Sven Becker, Sprecher der Trianel Geschäftsführung, die gemeinsame Initiative. Dabei setzt das Kompetenzzentrum nicht nur auf elektrisch angetriebene Autos, so Becker „auch Elektro-Fahrräder sind ein Bereich, der schon heute dazu beiträgt, elektrische Mobilität im Markt populär zu machen.“

Zur Situation

Jährlich werden in Deutschland über 600 Terrawattstunden Primärenergie für den motorisierten Straßenverkehr aufgewendet. Das sind 80 Terrawattstunden mehr, als der gesamte Stromverbrauch Deutschlands im Jahr 2009. Damit verbunden ist eine immense Beeinflussung der Luft- und Umweltqualität.

Denn noch werden im motorisierten Straßenverkehr fast ausschließlich fossile Kraftstoffe verwendet. Deren Vorräte sind jedoch endlich, zudem entstehen bei der Verbrennung von Benzin und Diesel Schadstoff- und CO2-Emissionen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist der Verkehrssektor gefordert, durch Energieeinsparung unter Einsatz alternativer Antriebstechnologien und durch das Nutzen von Energie aus regenerativen Quellen einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Elektrofahrzeuge werden über das Stromnetz aufgeladen und haben den Vorteil, dass sie beim Fahren keine Emissionen ausstoßen und leise sind. Damit werden Smog und Lärmbelästigungen in Städten reduziert.

Lösungsansätze für die Verkehrsprobleme zu entwickeln, die einerseits Folge ökonomischen Wachstums sind, andererseits langfristig auch ein Hemmnis für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt darstellen können, ist ein hochaktuelles Thema.

Deutschlands Stadtwerke als Eigner der regionalen Energienetze kennen die Infrastruktur in Städten und Gemeinden – und sind damit ideale Partner beim Erstellen einer für die Nutzung der Elektromobilität sinnvollen und flächendeckenden Infrastruktur für Ladestationen. Hier kann Trianel attraktive „Energienutzungsprodukte“ für Stadtwerke entwickeln.

Zudem sind die kommunalen und regionalen Energiedienstleister, dank ihrer Verankerung in den Kommunen und Regionen, „nah am Kunden“. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Kunden und können in Kooperation mit Trianel und weiteren Partnern maßgeschneiderte Produkte entwickeln und anbieten.

Die Umstellung auf umweltfreundlichere, motorisierte Fortbewegungsmittel stellt neben dem Aspekt des Klimaschutzes zudem einen attraktiven Wirtschaftsfaktor mit erheblichem Wachstumspotenzial dar.

Die im Trianel-Netzwerk engagierten Stadtwerke und regional geprägte Energiedienstleister zeigen mit ihrem frühzeitigen Engagement im Bereich Elektromobilität, dass sie diesen Trend erkannt haben. Zudem setzen sie sich vor Ort an die Spitze der Bewegung hin zum umweltfreundlichen Individualverkehr. Durch den vermehrten Einsatz von Elektrofahrzeugen können die Abhängigkeit von Rohöl verringert und zugleich die CO2-Emissionen im Verkehrssektor gesenkt werden. Hintergrund zum Mobilitätsverhalten in Deutschland und Europa

Für das Decken der Mobilitätsbedürfnisse der europäischen Bevölkerung nimmt das Auto eine herausragende Stellung ein. Bei der Verteilung des Transportaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsmittel, dem sogenannten Modal Split, haben sich in den letzten Jahren im europäischen Durchschnitt kaum nennenswerte Änderungen ergeben. In der EU war der Pkw-Anteil am Modal Split der Fahrten der privaten Haushalte in der jüngeren Vergangenheit relativ konstant und betrug im Jahr 2006 etwa 83 %. Etwa jeder fünfte bundesdeutsche Haushalt verfügt über einen Zweitwagen, der im überwiegenden Teil der Fahrten für Kurzstrecken genutzt wird. Gerade hier ist ein Ansatz für den Einstieg in diesen Markt zu sehen.

Entsprechend wichtig ist das Stützen umweltfreundlicher, motorisierter Fortbewegungsmittel für den städtischen Bereich. Elektrisch betriebene Zweiräder bzw. elektrisch unterstützte Fahrräder – können im städtischen Bereich – schon heute nutzerfreundlich das Aufkommen von Autos im Binnenverkehr mindern. Auch hier besteht für ortsansässige Energieversorger eine gute Möglichkeit ihre Kunden mit attraktiven Angeboten zu unterstützen. Entwicklungspotenziale, die die Durchsetzungsfähigkeit der Elektromobilität steigern

Ein wesentlicher Nachteil bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen ist bisher, dass die Reichweite der Elektrofahrzeuge aufgrund der geringen Energiedichte der Batterien noch begrenzt ist. Damit sind Elektrofahrzeuge bisher noch nicht in üblichem Maß nutzbar für Lasttransporte.

Die zukünftige Verbreitung der Elektrofahrzeuge wird stark davon abhängen, inwieweit es gelingt, die Batterietechnik weiterzuentwickeln und für sie eine Infrastruktur für das Aufladen oder auch Austauschen der Batterien zu schaffen. Hier können Stadtwerke und kommunal geprägte Energiedienstleister einen erheblichen Beitrag zur Engmaschigkeit des Netzes beitragen.


Ansprechpartner:

Elmar Thyen, Leiter Trianel Unternehmenskommunikation
Fon +49 (0)241 41320-413
Mobil +49 (0)151 12 64 17 87

Fax +49 (0)241 41320-300 

e.thyen@trianel.com

Quelle: Pressemitteilung Trianel