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Globale Megatrends

Global Surface Temperatures

"Die Menschheit ist zu einem dominanten Faktor im Erdsystem geworden – Forscher sprechen deshalb von einem neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän (der „Menschenzeit“). Dabei gelangen wir zunehmend an planetarische Grenzen und gefährden unsere Lebensgrundlagen u. a. durch den fortschreitenden Klimawandel und die Zerstörung biologischer Vielfalt. Es gibt aber auch positive Entwicklungen, etwa einen weltweiten Wertewandel hin zu mehr Umweltbewusstsein oder den Rückgang von Armut und die Verbreitung der Demokratie. Eine „Große Transformation“ hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist ebenso notwendig wie möglich". Quelle: Factsheet Nr. 3/2011: „Globale Megatrends“.Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.Oktober 2011

Vier-Grad-Dossier für die Weltbank:Risiken einer Zukunft ohne Klimaschutz

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) 19.11.2012

Vier-Grad-Dossier für die Weltbank:Risiken einer Zukunft ohne Klimaschutz

Die Treibhausgas-Emissionen der Menschheit brechen jedes Jahr neue Rekorde. Daher befinden wir uns auf einem Kurs, der schon bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von vier Grad Celsius führen dürfte. Und somit in eine Welt mit Risiken außerhalb der Erfahrung unserer Zivilisation. Dazu zählen Hitzewellen, besonders in den Tropen, ein Hunderte Millionen Menschen betreffender Anstieg des Meeresspiegels, und Missernten, welche die globale Ernährungssicherheit gefährden – das zeigt ein für die Weltbank erstellter Report des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und von Climate Analytics aus Berlin. Betroffen seien vor allem die Armen dieser Welt, für die Entwicklung ohne Klimaschutz nach Lage der Fakten kaum möglich sei.

„Die planetarische Maschinerie neigt zu Bocksprüngen, also unverhältnismäßigen Reaktionen auf Störungen, wie sie der menschengemachte Treibhauseffekt mit sich bringt”, betont Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK. „Wenn wir uns weit über die Zwei-Grad-Linie hinauswagen, also in Richtung vier Grad, laufen wir Gefahr, Kipp-Punkte im Erdsystem zu überschreiten.“ Dies könnte bei den weltweit vom Kollaps bedrohten Korallenriffen der Fall sein, oder beim kilometerdicken Eisschild Grönlands. Dessen Schmelze würde Jahrtausende dauern, könnte aber schon bald unwiderruflich beginnen. „Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist ein Bruch mit den vom Zeitalter fossiler Brennstoffe geprägten Mustern von Produktion und Konsum“, so Schellnhuber.

Folgen der globalen Erwärmung: Hitzewellen, Anstieg des Meeresspiegels, Missernten

Bereits heute sind Folgen des Klimawandels beobachtbar. So hat die Hitzewelle in Russland 2010 vorläufigen Schätzungen zufolge Tausende von Opfern gefordert, die Ernten um ein Viertel verringert, und 15 Milliarden US-Dollar wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Solche Extreme würden bei 4 Grad Celsius globaler Erwärmung in Teilen der Welt „die neue Normalität“, heißt es in dem Report. In den Tropen könnten Ende des Jahrhunderts die kühlsten Monate deutlich wärmer sein als die heißesten Monate der Gegenwart.

Der Meeresspiegel kann bei 4 Grad globaler Erwärmung in diesem Jahrhundert 50 bis 100 Zentimeter steigen, und danach noch deutlich höher. Dabei ist dieser Anstieg regional unterschiedlich stark, dies hängt von Meeresströmungen und anderen Faktoren ab. Am höchsten wird das Meer den Projektionen zufolge an den Küsten von Ländern wie den Philippinen, Mexiko, Indien steigen.

Auch innerhalb von wirtschaftlichen Sektoren kann es zu Kippeffekten mit plötzlich rasant ansteigenden Schäden kommen, etwa in der Landwirtschaft. So wurde bereits beobachtet, dass wichtige Getreidesorten ab bestimmten Temperaturen überaus empfindlich reagieren, was zu großflächigen Ernteausfällen führen kann. Veränderungen im Wasserkreislauf können hierbei erschwerend hinzukommen, etwa wenn Dürren vorherrschen oder landwirtschaftliche Flächen überflutet werden.

Weltbank-Präsident: "Eine vier Grad**wärmere Welt kann und muss vermieden werden"

„Der Report arbeitet den gegenwärtigen Stand der Forschung auf und liefert neue Analysen zu Hitzewellen und zum regionalen Meeresanstieg. Natürlich bleiben hierbei Unsicherheiten“, erklärt William Hare, Mitbegründer von Climate Analytics in Berlin und zugleich Gastwissenschaftler am PIK. „Wir greifen das auf, indem wir Risiko definieren als ‚Schadenspotenzial multipliziert mit der Eintritts-Wahrscheinlichkeit’. Auch ein relativ unwahrscheinliches Ereignis kann ein großes Risiko darstellen, wenn seine möglichen Auswirkungen groß genug sind.“

Der erst in diesem Jahr von US-Präsident Barack Obama als neuer Weltbank-Chef vorgeschlagene Jim Yong Kim, seit Juli im Amt, hatte sich kürzlich von Schellnhuber persönlich in Washington D.C. den Bericht vorstellen lassen. „Eine vier Grad wärmere Welt kann und muss vermieden werden – wir müssen die Erwärmung unter zwei Grad halten“, sagte Kim nun in einer Erklärung. „Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel droht, die Welt, die unsere Kinder von uns erben, zu einer ganz anderen zu machen als jene, in der wir heute leben. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung, und wir müssen die moralische Verantwortung dafür übernehmen, im Namen kommender Generationen zu handeln, besonders für die Ärmsten.“


  • Kontakt für weitere Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle Telefon: +49 (0)331 288 2507 E-Mail: presse@pik-potsdam.de

Ergebnisse von Doha 12-2012

Link zu den Beschlussdokumenten [[1]]

Ergebnisse von Durban 12-2011

Durban: Ein zwiespältiges Ergebnis 11.12.2011 – Das Ergebnis des Gipfels von Durban wird von führenden Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Interviews als zwiespältig eingeschätzt. Die Weltkarte der Klimapolitik habe sich geändert, sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber: „China spricht nicht mehr für die armen Länder, stattdessen haben diese sich mit Europa zusammen getan.“ Die EU und Deutschland hatten „einen starken Auftritt in Durban“, erklärte auch PIK-Chefökonom Ottmar Edenhofer. Beide betonen aber, dass zu wenig erreicht wurde. Die mehr als 190 Staaten vereinbarten keine verbindliche Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Durban: Ein zwiespältiges Ergebnis

„Man könnte zwei Schlagzeilen formulieren: ,Durchbruch zum Weltklimavertrag' - oder, das wäre die negative Schlagzeile, ,Lizenz zum Nichtstun für ein weiteres Jahrzehnt'. Beides ist richtig“, so Schellnhuber in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Es ist zumindest eine gemeinsame Plattform für einen neuen Klimavertrag geschaffen worden. Aber der Pferdefuss ist doppelt: Es bleibt unklar, was in dem Klimavertrag quantitativ festgelegt wird; es könnte sein, dass der Vertrag so gestaltet wird, dass ihm jeder für einen Apfel und ein Ei beitreten kann, also ohne wirklich eine substanzielle Verringerung des Ausstoßes an Treibhausgasen. Und zweitens ist 2020 als Zieljahr zu spät. Der Zug mag sich 2020 wirklich in Bewegung setzen, aber das Ziel existiert dann vielleicht nicht mehr. Das Ziel heißt: Die globale Erwärmung begrenzen auf maximale zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Man könnte ironisch sagen: Es fährt ein Zug nach nirgendwo.“

Ottmar Edenhofer sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Es ist in jedem Fall mehr herausgekommen, als ich erwartet hatte. Erreicht wurden allerdings nicht die notwendigen Reduktionen des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen. Stattdessen wurden zumindest internationale institutionelle Voraussetzungen geschaffen, die in dieser Form noch vor wenigen Tagen als undenkbar galten. Das Ergebnis ist ermutigend, aber nicht mehr. Weitere Initiativen scheinen mir unverzichtbar – etwa im Rahmen der G20 eine gemeinsame Technologiepolitik zur Förderung der Erneuerbaren Energien oder eine Abschaffung der Subventionen fossiler Energieträger, welche die G20 ja schon beschlossen haben.“

Quelle: Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)[2]

Ergebnisse von Cancún 12-2010

Link zu den Beschlussdokumenten [[3]]

Ergebnisse von Kopenhagen 12-2009

WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT DER BUNDESREGIERUNG GLOBALE UMWELTVERÄNDERUNGEN (WBGU)

P R E S S E E R K L Ä R U N G

Der Minimalkompromiss von Kopenhagen:

EIN ZIEL – ABER NOCH KEIN WEG

Berlin/Kopenhagen, den 20. Dezember 2009. Der Klimagipfel von Kopenhagen ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Einziges substanzielles Ergebnis war eine Erklärung („Copenhagen Accord“), die von den Regierungschefs der wichtigsten Länder ausgearbeitet und von der ganzen Staatengemeinschaft lediglich „zur Kenntnis genommen“ wurde. Es gab weder den erhofften Aufbruch zu neuen Formen der globalen Zusammenarbeit noch verbindliche internationale Verpflichtungen zur Treibhausgasreduzierung - ganz zu schweigen von Weichenstellungen für den Übergang zu einer klimaverträglichen Weltwirtschaft. Die Europäische Union und die Bundesrepublik konnten sich trotz ernsthafter Bemühungen nicht mit ihren Forderungen nach einem anspruchsvollen Klimaabkommen durchsetzen.

Am Ende des zweiwöchigen Gipfelmarathons steht als einziger Lichtblick eine verklausulierte Anerkennung der 2 Grad Celsius-Leitplanke als Richtschnur aller Klimaschutzbemühungen. Hans Joachim Schellnhuber, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) bezeichnet dieses Ergebnis als „einen tragischen Triumph der Wissenschaft. Die von der Klimaforschung empfohlene Obergrenze für die globale Erwärmung wird einerseits endlich übernommen, andererseits finden die tatsächlich notwendigen Maßnahmen zur Beachtung der Leitplanke (insbesondere Reduzierung der globalen Emissionen um deutlich mehr als 50 % bis 2050) keine Erwähnung. Insofern gibt es ein Ziel, aber die Wege dorthin bleiben noch im Dunkeln“.

Was fehlt

Die Erklärung von Kopenhagen betont zwar die Notwendigkeit, rasch Treibhausgasminderungen einzuleiten, setzt dabei aber ausschließlich auf freiwillige Beiträge zum Klimaschutz, die die Staaten bis zum 1. Februar 2010 konkretisieren sollen. Dazu Schellnhuber: “Dieses Klingelbeutelprinzip, nach dem jeder gibt, was er für angemessen hält, hat schon vor Kopenhagen keine hinreichenden Ergebnisse erbracht. Summiert man die derzeit vorliegenden Klimaschutzangebote aller Staaten auf, dann bewegen wir uns auf eine 3-4-Grad-Welt mit kaum beherrschbaren Risiken zu.“ Daraus folgt, dass die Staaten in den Klimaverhandlungen 2010 kräftig nachlegen müssen, wenn ein gefährlicher Klimawandel noch abgewendet werden soll. Der WBGU unterstützt ausdrücklich die Forderungen von Kanzlerin Merkel und Umweltminister Röttgen, jetzt gerade die nationalen und internationalen Bemühungen um Klima- und Energiesicherheit zu verstärken.

In Kopenhagen wurde wertvolle Zeit für den Klimaschutz verspielt. Eine nüchterne wissenschaftliche Analyse zeigt, dass die globale Trendumkehr bei den Treibhausgasemissionen zwischen 2015 und 2020 geschafft sein muss – ansonsten bleiben kaum noch realistische Chancen, die 2-Grad-Linie zu halten. Dirk Messner, stellvertretender Vorsitzender des WBGU, meint: "Der bisherige Verhandlungsmodus rettet das Klima nicht. Selbst die zahlreich erschienenen Staats- und Regierungschefs konnten die Verhandlungsblockade nicht überwinden. Ohne erneute klimapolitische Kraftanstrengungen besteht die Gefahr, dass die Verhandlungen im kommenden Jahr im Schneckentempo weiterlaufen. Im schlimmsten Fall zerfiele die Welt in Interessensgruppen, die im Klimaschutz eigene Wege gehen. Deshalb ist 2010 ein Neustart in der internationalen Klimapolitik notwendig."

Was zu tun ist

Aus Sicht des WBGU sollten die Bundesregierung und die Europäische Union nun in zwei Richtungen agieren: Einerseits gilt es, Bündnispartner zusammenzuführen, um nächstes Jahr doch noch ein anspruchsvolles Klimaabkommen zustande zu bringen. Als Grundlage für diese Verhandlungen könnte der vom WBGU vorgeschlagene Budgetansatz dienen, ein einfaches, transparentes und gerechtes Konzept zur internationalen Lastenteilung für den Klimaschutz. Chinesische, japanische und indische Klimaberater hatten in Kopenhagen verwandte Ansätze vorgelegt. Der Kerngedanke des Konzeptes besteht darin, ein mit der 2 Grad-Leitplanke verträgliches globales Treibhausgasbudget zu bestimmen und dieses auf der Grundlage gleicher Emissionsrechte für alle Menschen auf nationale „kumulative Kohlenstoffkredite“ herunterzubrechen. Hochemissions- und Niedrigemissionsländer würden bei diesem Ansatz Verschmutzungsrechte gegen Klimatechnologien und Finanztransfers handeln um Spielräume über die Nationalbudgets hinaus zu schaffen. Der Ansatz verbindet ökonomische Effizienz mit einer globalen Entwicklungspartnerschaft und nimmt zugleich alle Staaten, auch die Schwellenländer, in die klimapolitische Verantwortung. Der WBGU argumentiert: „Gerade nach den enttäuschenden Ergebnissen von Kopenhagen müssen neuartige und operationalisierbare Ansätze auf die Verhandlungstische.“

Anderseits müssen nun – gerade wegen des drohenden Schwebezustandes in der internationalen Klimadiplomatie – Nachhaltigkeitsinitiativen von unten verstärkt werden, um den Übergang in eine klimaverträgliche Weltwirtschaft zu beschleunigen. Deutschland und Europa sollten in öffentlich-privaten Allianzen ihre Forschungsanstrengungen und Investitionen hinsichtlich erneuerbarer Energien und klimaverträglicher Mobilitätskonzepte massiv erhöhen. Europäische Städte könnten beispielsweise in internationalen Partnerschaften klimaverträgliche Stadtentwicklungen vorantreiben, insbesondere mit Vorreitern wie Sao Paolo oder Seattle, die bereits anspruchsvolle Klimaziele formuliert haben. Die europäische Entwicklungspolitik sollte klimaverträgliches Wirtschaften zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. Technologie-, innovations- und energieorientierte Klimapartnerschaften mit China, Indien und anderen Schwellenländern könnten forciert werden. Aus Sicht des WBGU sollten auch die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft ihren Druck für eine ehrgeizige und verbindliche globale Klimapolitik aufrechterhalten und damit vor allem die verantwortungsbewussten Regierungen unterstützen. Der WBGU sieht Chancen, auf diesem Weg ein grenzüberschreitendes regionales und globales Netzwerk „klimapolitischer Vernunft“ zu schaffen, in dem öffentliche und private Akteure die Weichenstellungen vorantreiben, zu denen sich die Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen nicht durchringen konnten.

Rückfragen an: wbgu@wbgu.de oder 030-26394812.

Beiträge des WBGU

Hitze und Waldbrände in Russland

Die wochenlange Hitze in Westrussland ist ein Warnsignal auch für unsere Breiten. Wieweit sind wir vorbereitet, ein ähnliches organisatorisches Desaster zu vermeiden?

[4] Temperaturkarten Europa (Quelle: Institut für Metereologie und Klimaforschung KIT + CEDIM)

Rauchwolken über Russland (Quelle: Institut für Metereologie und Klimaforschung KIT + CEDIM)

Zur Situation

"Nach Einschätzung von Klimaforschern in einer aktuellen Expertenbefragung werden bei ungebremster globaler Erwärmung mit mehr als fünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit folgenschwere Veränderungen auf globaler Ebene eintreten. Steigt die globale Durchschnittstemperatur um mehr als vier Grad Celsius, könnten bis zum Jahr 2200 ein oder mehrere Bestandteile des Klimasystems in einen neuen Grundzustand übergehen. Zwar schätzen die Wissenschaftler die Anfälligkeit dieser Bestandteile unterschiedlich ein und es ist ungewiss, wie stark die globale Durchschnittstemperatur weiter ansteigt. Diese Unsicherheit bedeutet jedoch nicht, dass Ereignisse mit weit reichenden Auswirkungen unwahrscheinlich sind, berichten die Autoren der Studie im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". [1] Informationsdienst Wissenschaft

Prognose: Klimawandel in Deutschland

Es brennt lichterloh. Die Welt erlebt den heißesten aller Sommer, doch die USA boykottieren den Klimaschutz. Dürfen die das? Frank Drieschner in Zeit Online 5.8.010:

Sehr geehrte Regierungen, der Klimawandel ist das wohl dringendste Problem der Menschheit und zwar der gesamten Menschheit. Er macht keine Unterschiede zwischen Arm und Reich. Er lässt sich nicht umkehren und tun wir nichts, werden seine Veränderungen dazu führen, dass kommende Generationen keine Luft, kein Wasser und keine Nahrung mehr haben. Schadensbegrenzung erscheint als einzig sinnvolle Reaktion. Bislang jedoch lässt sich diese offensichtlich leichter fordern als umsetzen.


  • Rekordsommer 2003 [5]

Die folgenden Grafiken zeigen Ergebnisse von Klimaforschern über Veränderungen der letzten 1000, 500, 260 und 150 Jahre.

Neuere Befunde zur Entwicklung - Indikatoren des Klimawandels

Historic and future increase in the global land area affected by monthly heat extremes


Am 2 Grad Ziel vorbei?

Dieser Artikel in DER ZEIT September 2013 behandelt die Unsicherheiten und Widersprüche


Jedes Grad Erderwärmung könnte den Meeresspiegel auf lange Sicht um mehr als 2 Meter erhöhen (PIK 15.07.2013)

Veränderung des Polareises
Steigende Temperaturen Binnengewässer - Spiegel Online
Elbehochwasser 2002


Klimawandel: aktuelle Simulationen für den nächsten IPCC-Bericht.02.03.2012 Die französische Wissenschaftsgemeinschaft für Klimafragen, die hauptsächlich das CNRS, die CEA, Meteo-France und die Universitäten Pierre und Marie Curie (UPMC) und Versailles-Saint-Quentin-en-Yvelines (UVSQ) vereint, hat kürzlich wichtige Simulationen zum vergangenen und künftigen Klima im globalen Maßstab abgeschlossen. Diese aktuellen Daten bestätigen die Ergebnisse des vierten Sachstandsberichts (2007) des Weltklimarats (IPCC) über die kommenden Veränderungen bei der Temperatur und der Niederschlagsmenge. Dabei wurden 2 Extremmodelle berücksichtigt: Ein Temperaturanstieg von 3,5 bis 5°C bis 2100 oder im günstigsten Fall ein Anstieg um 2°C. Von der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung gestellt, werden diese Ergebnisse vom IPCC zur Erarbeitung ihres nächsten für 2013 geplanten Berichts verwendet. Dieser vermittelt nicht nur Informationen und Tendenzen zum künftigen Klima bis 2100, sondern auch für die nächsten 30 Jahre. Der IPCC betreibt selbst keine Forschung, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter besonders der Klimatologie. Die Berichte des IPCC werden in Arbeitsgruppen erstellt und vom Plenum akzeptiert. Jeder beteiligte Forscher kann in drei aufeinanderfolgenden Versionen Kommentare, Kritiken und Vorschläge einbringen. Die Aufgaben des IPCC umfassen: • die Untersuchung des Risikos der von Menschen verursachten Klimaveränderungen (Globale Erwärmung) • Darstellung des aktuellen Wissensstandes zu den unterschiedlichen Aspekten des menschengemachten Klimawandels • das Abschätzen der Folgen der globalen Erwärmung für Umwelt und Gesellschaft • das Formulieren realistischer Vermeidungs- oder Anpassungsstrategien sowie • die Förderung der Teilnahme von Entwicklungs- und Schwellenländern an den IPCC-Aktivitäten. Französische Simulationsergebnisse In Übereinstimmung mit den Schlussfolgerungen des IPCC-Berichts von 2007 wird für alle Szenarien bis 2100 eine Tendenz für einen Temperaturanstieg beobachtet. Die optimistischste Tendenz eines Anstiegs um 2°C setzt die Umsetzung von klimapolitischen Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen voraus. Darüber hinaus scheint es, dass die Reaktion auf natürliche Faktoren allein nicht die beobachtete durchschnittliche Erwärmung in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erklärt. Es bestätigt sich eine Intensivierung des Wasserkreislaufs und ein schnelles Abschmelzen des arktischen Packeises, das im schlimmsten Fall im Sommer 2040 oder 2060, je nach Modell, verschwunden sein wird. Die Simulationen, die das Klima und den Kohlenstoffkreislauf miteinander in Verbindung setzen, liefern neue Antworten. Sie zeigen insbesondere, dass anthropogene Emissionen (vom Menschen verursacht) schnell reduziert und "negative" Emissionen (die der Atmosphäre CO2 entziehen) bis zum Ende dieses Jahrhunderts erhöht werden müssen. Die Analysen dieser globalen Simulationen in Verbindung mit denen anderer internationaler Gruppen eröffnen neue Einblicke in das Zusammenspiel zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Klima der letzten Jahrzehnte und besonders der kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte. (Siehe folgende Datei) Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 09.02.2012 - http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2459.htm

Nathan - Weltkarte der Naturgefahren

Die MunichRe entwickelte unter Mithilfe von Geowissenschaftlern eine umfassende Expertise für die Risikoeinschätzung von Naturgefahren als Grundlage zur Risikokalkulation. Gefährdungskarten von Naturgefahren bilden die aktuelle Situation insbesondere im Zusammenhang mit dem Klimawandel detailliert dab. Die dargestellten Gefährdungsgrade und die Erfahrungen aus großen Naturkatastrophen bilden die Grundlage für versicherungswirtschaftliche Risikoeinschätzungen, zeigt jedoch sehr genau die darzeitige Situation im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf.

Vorträge zum Thema Kimawandel

Gerhard Curdes: Vortrag Klimwawandel und Städtebau. Wissenschaftsnacht der RWTH am 11.11.2011

Gerhard Curdes: Was bedeutet der Klimaschutz für das Leitbild der Stadt? Vortrag auf dem Stadtplanertag mit dem Thema „Stadt im Klimawandel“ der Architektenkammer NRW am 23.September 2011

Gerhard Curdes: Vortrag vor dem Ausschuss für Umwelt und Klima der StädteRegion Aachen am 24.2.2010

Weitere Vorträge

Gründzüge einer globalen Klima- und Energiepolitik. Prof. Dr. Ottmar Edenhofer. Fellbach, 14. Juli 2010

Gerhard Curdes: Das Ende der Welt wie wir sie kannten“* Klimawandel - ein technisches oder ein mentales Problem? Vortrag am 31.1.2010 im Rahmen des Philosophischen Salons von Logoi, Aachen (* Buchtitel von Claus Leggewie + Harald Welzer)

Grundlegende Dokumente zum Klimawandel

Der Übersicht halber haben wir alle grundlegenden Dokumente zum Klimawandel wie das Hartwell-Paper, den Stern-Report, Stellungnahmen des International Panel on Climate Change IPCC, von EU Behörden und der Europäische Kommission, dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem World Wide Fund For Nature (WWF) und dem Umweltbundesamt unter der folgenden Rubrik zusammengefasst.

Konferenzpapers un Reden zum Klimawandel

Klima-Pressekonferenz 2011 des Deutschen Wetterdienstes

Einflussgrössen des Klimawandels

Einfluss der Einstrahlung

CO2

Landpflanzen nutzen jährlich 15 Prozent des gesamten Kohlendioxids in der Atmosphäre

CO2-Abscheidung mit Kalkstein: Der weltweit größte Versuch auf diese Weise fossile Kraftwerke limaverträglicher zu machen. Siehe Datei Carbonate Looping:

Die folgenden Grafiken zeigen Kohlendioxidemissionen durch fossile Brennstoffe in Industrie- sowie Schwellen- und Entwicklungsländern/ nach fossilen Brennstoffen und pro Kopf aufgeschlüsselt.

Methan

Klimaszenarios

Erheblicher Anstieg des Meeresspiegels in einer Welt mit zwei Grad Erwärmung

PIK Juni 2012 Rund um die Welt ist mit einem Anstieg der Meere um einige Meter zu rechnen,wenn die globale Erwärmung fortschreitet. Selbst wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt wird, könnte der globale mittlere Meeresspiegel weiter ansteigen und bis 2300 um 1,5 bis 4 Meter höher liegen als heute, wie eine jetzt in /Nature Climate Change/ veröffentlichte Studie zeigt. Als besten Schätzwert gibt sie 2,7 Meter an. Wenn aber der Ausstoß von Treibhausgasen stärker begrenzt wird, sodass die Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius gehalten wird, könnte das laut der Studie den Meeresspiegel deutlich niedriger halten.Erstmals bietet diese Studie damit eine umfassende Projektion für einen derart langen Zeitraum. Sie stützt sich dabei auf den tatsächlich beobachteten Meeresspiegelanstieg im vergangenen Jahrtausend sowie auf Szenarien für künftige Treibhausgasemissionen.

Welzer: Klima Kulturen

Was passiert, wenn das Klima sich tatsächlich erheblich verändert?

Zu den kulturellen Auswirkungen hat ein Autorenteam lesenswerte Beiträge publiziert, die so unterschiedliche Aspekte wie eine "Grüne Moderne", kulturellen Wandel, Strukturanpasung oder das Ende der geotoplogischen Identität behandeln. Aus dem zuletzt genannten Thema: Klimawandel: Das Ende der geotopologischen Identität, von Birger P. Priddat, hier einige Auszüge, die zeigen, wie sich die uns vertraute Geographie der Staaten und das Verhalten der Gesellschaften verändern könnte:

S.82 "Kopenhagen erbringt einen political consensus, aber keinen rechtfähigen Vertrag. Das von Naturwissenschaftlern propagierte politische Ziel, bis 2050 nicht mehr als 2 Grad Temperaturanstieg zu erreichen, wird nicht realisierbar sein. China und Indien, wie andere auch, werden sich ihre Chance, über starkes Wachstum höhere Wohlfahrtniveaus zu erreichen, nicht abhandeln lassen - nachdem die nordatlantischen Staaten ihr Erfolgsmodell so lange weltweit als nachahmenswert propagiert hatten. USA und Europa haben den größten CO2-Ausstoß; von ihnen erwarten die Schwellenländer die höchsten Minderungen. Das aber kollidiert mit den Erwartungen hier, dass wir selber das Wachstum halten oder steigern. Niemand ist ernsthaft in Europa oder in den USA bereit, für das Klimathema seinen Wohlstand aufzugeben. Aktuell werden 768 Gramm CO2 je Dollar Produktionseinheit verbraucht, im Jahre 2050 dürften es nur noch 6 Gramm sein, um das Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. zu erreichen Jackson 2009). Ob diese Effizienzsteigerung um 130 Prozent erlangt werden wird, bleibt zweifelhaft. Andere Berechnungen sprechen bereits von einer Grenze bei 1,5 Grad. Wir werden mit den Folgen des Klimawandels umgehen müssen, weil wir ihn nicht mehr aufhalten. Der Klimawandel, der sich regional zu kleinen Katastrophen auszuweiten droht, weil wir die Erwärmungsdynamik nicht entscheidend auf halten werden, ist ein Zeichen für etwas anderes, weitaus Neueres: Wir gehen in Phase zwei des »Endes der Geschichte«. Nachdem Fukuyama (1992) das Ende der politischen Emanzipationskulturgeschichte notiert hatte - es gibt keinen weiteren politischen Fortschritt über die Demokratien hinaus, die somit eine anhaltende Stagnation der kulturellen Entwicklung anzeigen -, werden wir jetzt mit einem anderen Ende konfrontiert: dem Ende der geo-topologischen Identität.S. 87: Territoriale Instabilität: vom global zum local public good Die ökologische Dimension wurde bisher als Änderungen im Flora-, Fauna- und Luft-Kontext wahrgenommen; neu hinzu tritt durch das Klimathema die territoriale Instabilität, das heißt, die De-Formation der territorialen Bestandsgrößen, jedenfalls dann, wenn es durch Erhöhung des Meeresspiegels zu Überflutungen kommt, oder wenn neue Wüsten entstehen, oder wenn sich generell die tradierte Fertilität eines Landstrichs ändert, oder das Wasser knapp wird (nicht nur im Aralsee).

S.88: Die »Renaissance klassischer Interessenpolitiken« wird dafür sorgen, dass Teile des Klimawandels nicht mehr als allgemeine, sondern als regionale Probleme verhandelt werden. Wenn - falls gewisse Prognosen eintreffen - Holland und Norddeutschland unter Wasser stehen würden - ein prätentiöses Gedankenspiel, das aber im Szenariopaket der Wissenschaften dead end mitspielt -, wäre das höchstens ein europäisches Problem, aber kein globales, Die jetzige Phase der Klimathematisierung - die sich ihrem Ende zuneigt, je genauer die Erwartungen werden, die aus den Prognosen herausgelesen werden (vgl. die Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft) -, birgt noch die Idee einer globalen Verantwortung, die in Bälde in eine Schar von Partialinteressen auseinanderfallen könnte. Auf jeden Fall müssen globale Regelungen, so sie noch zustande kommen, Modalitäten für die Klärungen von Einzelfallproblemen beinhalten. 89 Denn die Klimapolitik kommt jetzt allmählich in eine Phase, in der es nicht mehr darum geht, die CO2-Emissionen zu senken, sondern bald darum, die Folgen der nicht zureichenden CO2-Senkung als territoriale Modifikation zu behandeln. Was bisher als ein Welt-Problem erschien, wird zu einem divers verteilten je regionalen Problem. Die »großen Lösungen« werden umso drängender, aber die »kleinen Folgen« werden alte Politikreflexe neu heraufbeschwören (bis hin zu den ordinären Lösungen des Krieges). Was macht den Unterschied? Global public goods betreffen alle Länder. Ursachen und Wirkungen sind noch diffus verteilt, also potentiell für alle gültig. Je klarer die Prognosen werden, desto »klassischer« wird die Politikthematik global public goods haben die Tendenz, das Kostenkollektiv breit anzulegen, auch wenn die Nutzerkollektive kleiner und anders verteilt sind. Man streitet sich bereits, wer was verursacht und demnach mehr zahlen soll, aber das verbleibt noch in einem globalen Kooperationsnexus. Je konkreter die Klimaergebnisse werden, desto weniger wird die allgemeine Bereitschaft sein, für alle die Spezifika zu zahlen. Der Stand der Forschung ist noch nicht allzu klar.

Die Klimaneutralen steigen zuerst aus, dann die Klimagewinner. Die aktuelle Phase der globalen Verantwortungsanmutung ist eine Phase, die solange anhält, solange die Klimamodelle nicht genau genug angeben können, welche Länder in welchem Maße negativ betroffen werden. Solange kann man sich eine Haltung erlauben, die identisch ist wie von John Rawls veil of ignorance (den er für soziale Versicherungstheoreme entwarf; Rawls 1971): Solange ich nicht weiß, welche negativen Folgen in Zukunft auf mich fallen, bin ich prinzipiell bereit, zu investieren, damit keine Folgen entstehen (die auch mich negativ betreffen könnten — solange ich nicht weiß, ob sie mich betreffen würden). Weiß ich aber genauer, was mich betrifft (oder nicht, oder sogar positiv), lüftet sich der »Schleier des Unwissens«, kann ich meine Position klarer sortieren. Das wird die nächste Phase der Klimapolitik beherrschen. Das ist folgerichtig, weil Klimapolitik erhebliche finanzielle Aufwendungen bedeutet, die die jeweiligen aktuellen nationalen Politiken stark einschränken würde. Jede Entlastung dieser Restriktionen wird dankbar aufgegriffen werden. Die Entlastung ist eine Entlastung vom common pool der globalen Finanzierungen und Umverteilungen im Rahmen des Klimathemas. Wir geben uns in folgende Paradoxie: Je globaler das Klimathema kommuniziert wird, desto bereitwilliger mag man sich damit beschäftigen, weil die S.90 tatsächlichen Kostenverteilungen noch unklar sind. Je genauer aber die Forschung die regional verteilten Belastungen ausweisen wird, desto spezifischer werden die Kostenargumentationen und umso abgrenzender. Wir werden in eine Phase der Diversifikation und Dehomogenisierung des Klimathemas gelangen, in der die sichtbar werdenden Spezifitäten als regionale Besonderheiten behandelt werden, für die die Weltgemeinschaft sich als nicht zuständig erklärt. Solange die Weltklimapolitik noch keine Maßnahmen spezifiziert, die – gegen die Wohlfahrtsniveaus der einzelnen Länder gerechnet – Einschränkungen verlangen, bleibt man im low cost-Bereich und arrangiert sich ideell. Würden aber Beschlüsse gefasst, die in die nationalen Wohlfahrtsniveaus eingreifen, begänne eine Phase der high-cost-policy hoher Konfliktwirkungen. Auch das verliefe noch im Rahmen potentieller Auswirkungen. Wenn dann die ersten Auswirkungen massiv würden, blieben sie prima facie regionale Phänomene. Und die Regionen wären dann auf sich selber angewiesen. Die Klimaverlierer werden erhebliche Infrastruktureninvestitionen – im Sinne einer adaptiven Vorsorge – aufwenden müssen, die sie nicht mehr, etwa im Sinne einer globalen Umverteilung, von Klimagewinnern und Klimaneutralen selbstverständlich finanziert bekommen. Was jetzt als kooperative Phase erscheint, wird in eine eher kompetitive umschlagen. Klimaverlierer werden Koalitionen mit anderen Klimaverlierern eingehen, gegebenenfalls mit Klimagewinnern, die am Verlust von Territorien (und damit von Lebensmöglichkeiten) Gewinne machen wollen, indem sie Migrationsströme von Qualifizierten aufnehmen, was sie sich gegenfinanzieren lassen. Die Klimagewinner werden doppelt gewinnen: an relativer territorialer Qualität und deswegen an Migrationsangeboten, die ihre Volkswirtschaften heben. Relative territoriale Qualität entsteht durch die Diversifikation der Klimabeeinflussungen: Der relative Aufenthaltswert einer Region ändert sich. Dass Klimaverlierer negativ bewertet werden, ist evident; dass aber Klimagewinner nicht nur dadurch gewinnen, dass sie nicht negativ betroffen werden, sondern zusätzlich durch Migrationsattraktivität relativ aufgewertet werden, ist ein Aspekt, der es auch für diese Regionen notwendig macht, Vorsorge zu treffen. Klimagewinner (und Klimaneutrale) können, über Migrationseffekte, überlastet werden. Wir werden es mit Wanderungen zu tun bekommen, die nicht nur unmittelbare Migrationen betreffen, sondern auch indirekte: Nachlassen von Touristenströmen, Veränderungen von Handelsbeziehungen, neben den S.91 Umverteilungen der Vermögen, die mit Immobilien- und Infrastrukturentwertungen einhergehen mögen. Die Kapitalströme folgen dem sowieso. Niemand macht Pläne für die möglichen gravierenden Änderungen: bleiben wir bei unserem prätentiösen Beispiel Holland, Norddeutsche Tiefebene. Wohin sollen die Menschen, die dort wohnen, siedeln? Die Bundesrepublik kennt das Thema (wenn auch noch nur als schwacher Reflex) durch die Integration der Vertrieben in den fünfziger Jahren. Möglicherweise sind wir historisch sogar vorbereitet, indem wir wissen, dass so etwas möglich sein kann. Neben einer ungeheuren Kapitalvernichtung (Unternehmen, Immobilien, Infrastruktur) haben wir es mit einer großen Entwertung von human capital zu tun, das sich neue Einkommensfelder erschließen muss. Aber wo? Hamburg, Bremen, Lübeck, Oldenburg etc. kann man nicht einfach auf den Rest der nicht gewässerten Republik aufteilen. Hier sind internationale Lösungen vonnöten: Welche Länder sind Klimagewinner? Welche brauchen Peuplierung? Werden die skandinavischen Länder profitieren? Es ist müßig, hier weiter zu spekulieren. Die Welt ist auf diese Dimension nur latent vorbereitet. Im Grunde haben wir es mit einer »Vertreibung« zu tun, die – angesichts der Prognostik – nicht als Notfall, sondern als geplante Umsetzung gedacht werden kann. Womöglich beginnt hier eine Form der Internationalisierung, die aus dem Faktum, dass Teile von Nationalstaaten aufgelöst werden könnten, einen Schluss ziehen, den wir nicht gewohnt sind: dass Nationalstaaten eine untaugliche Bedingung dieser Probleme darstellen. Das neue politische Thema, das in diesem Kontext virulent wird, heißt: neighbourbood. Die Asymmetrie der Verteilung der negativen Klimafolgen ist die Ursache für positive Lösungen: Was die einen verlieren, brauchen die anderen. Wenn es zutreffen sollte, dass die Permafrostböden Sibiriens auftauen werden (wir wissen, dass die dadurch ausgelöste Freisetzung von CO2 fatal sein könnte), bekommen wir eine potentiell prosperierende Landschaft, deren Besiedelung – um eine atavistischen Ausdruck des 19. Jahrhunderts zu verwenden – nicht undenkbar ist. Neighbourhood bedeutet, gemeinsame Problemlagen, gemeinsame Vorsorgen und Infrastrukturen zu bewältigen: als Nachbarschaft von Klimaverlierern, in spezifischen Kooperationen mit Klimaneutralen oder -gewinnern, wenn sie negative externe Effekte der Verlierer kompensieren wollen. Anstelle der Kopenhagenidee einer weltgemeinschaftlichen Regelung der Dekarbonisierung werden wir dann, wenn die Maßnahmen nicht oder S.92 nicht genügend greifen werden, auf bilaterale (oder nachbarschaftlich multilaterale) Kooperationen zurückfallen, die nicht nur nachbarschaftsferne Regionen ausmendeln, sondern auch unterschiedliche Projektrealisationen generieren (mit differenten innovativen Strata). Vielleicht wird es, als Schwundrest der Kopenhagenidee, eine Klimaentwicklungsbank geben, in Analogie zur Weltbank, die spezifisch definierte Projekte finanziert. Die Kooperation nachbarschaftlicher Klimabetroffener garantiert noch keine ausreichende Finanzierung der notwendigen Maßnahmen, eher die Evokation von intelligenten Lösungen. Erst wenn Klimagewinner in das Geschäft einsteigen, weil sie negativen externen Effekten der Klimaverlierer begegnen wollen oder Migrationsverträge schließen, die ihnen das Angebot qualifizierten human capitals erhöht, kommen wieder Finanzierungen in Betracht – wohlgemerkt, wenn die Kopenhagenidee der global climate public good policy gescheitert sein sollte. Nachbarschaftsferne Klimaverlierer verlieren doppelt: Sie stehen dann wahrlich alleine. Nachbarschaftsfern sind vor allem die ärmeren Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im europäischen Staatenpool finden sich eher Nachbarn, die sich selber näher sind als Fernstaaten. Die Restriktion, dass wir es nur mit regionalen Themen zu tun haben, löst sich aus der Sicht der Klimagewinner auf - man braucht Peuplierung. Es werden soziale Attraktoren entstehen, die wir noch nicht absehen können. Wir werden kulturelle Verschiebungen erleben, die wir ebenfalls noch nicht absehen können. Neue Landschaften werden blühen, alte verdorren (vielleicht die Alpen, vielleicht Süditalien, Südspanien, Griechenland etc.). Die kulturellen Zentren variieren. Wir werden die Geschichte umschreiben, soweit sie eine Geschichte alter Kulturlandschaften ist. Wir hatten diese Geschichte durch die Industrialisierung ja bereits einmal umgeschrieben: als Geschichte der Naturbewältigung und ihrer ressourcialen Ausnutzungen. Jetzt beginnen wir, die Geschichte als kulturökologische Adaption zu schreiben. Dabei bleibt weiland offen, inwieweit die politico-kulturell ausgeprägten nationalen Identitäten bestehen bleiben. Arme Länder, die durch Klimaverschiebungen noch viel ärmer würden, können ihren Bestand kaum noch gewährleisten. Doch ob sie mit potenteren Staaten fusionieren, bleibt völlig offen; wir kennen jetzt ja bereits die Alternative der völligen Dissoziation (Somalia, in Teilen Kongo, Afghanistan oder Pakistan). Ein anderer Vorschlag, Klimapartnerschaften zu übernehmen, klingt nach einem kolonialen Nachschlag. 93 Migration statt Sicherung: more change than climate only Wir reagieren bisher aber anders: wenn überhaupt, erst einmal mit territorialen Sicherungsaktivitäten. Die Deiche höher bauen? Wir wollen Eigentum sichern, aber die Kosten der Sicherung werden extrem teuer (infrastruktureller Art, also Kosten, die über die öffentlichen Budgets finanziert werden. Der Staat wird gefordert). Den Staat erleben wir in der laufenden Finanzkrise als einerseits handlungsfähig, aber andererseits schon grenzbelastet: Welche höhere Verschuldung wird der Staat auf sich nehmen können? Die durch den Klimawandel erforderlichen Großplanungen des Infrastrukturumbaus wollen vor allem finanziert sein. Sind die Kapitalmärkte groß und stark genug, den Staaten diese Summen bereitzustellen? Vor allem: Sind die jetzt eingeleiteten Bankenregulierungen das geeignete Mittel, die künftigen Finanzbedarfe zu generieren? Denken die Regulatoren weit genug, das Klimathema zu antizipieren? Brauchen wir nicht doch freie Kapitalmärkte? Nichts soll uns abhalten, sparsam mit Energie und Abgasproduktion umzugehen, die Wasservorräte klug zu verwalten und zu allozieren, energetische und ressourciale Intelligenz zu entfalten. Aber diese Abwehr kostet erstens viel Energie, zweitens viele Ressourcen und drittens bindet sie Erwartungen, die dann letztlich doch nicht erfüllt werden können. Neben intelligenteren Verbraucherschutz, ökologischen Produktionsregimen, subtilen Energiekonzeptionen, etc. werden wir unsere politische Intelligenz erregen müssen, wie wir sie, in Europa zumindest, im Rahmen der Konstruktion einer europäischen Einheit schon zu entfalten begonnen haben. Es geht nicht um die Verteidigung der Erhaltung von klassischen Territorien. Es kann letztlich nicht um aufwendige Formen der Kapitalerhaltung gehen (Immobilien, Infrastruktur etc.) – statt Sicherung Wanderung. Der Klimawandel nötigt uns Formen internationaler Mobilität auf, die nicht zu verwechseln sind mit den bisher bekannten Migrationsströmungen. Die nationalen Grenzen sind im Klimaverschiebungsprozess extrem teure Restriktionen, die wir uns in dieser Form nicht erlauben können: Deshalb ist der Europaprozess, zumindest für den europäischen Raum, als Kulturationsarena so wichtig, als Vorbereitung für die Populationsdurchmischungen und Umsiedlungen, auf die wir uns vorbereiten müssen. Man darf sich das nicht als plötzliche Transformation vorstellen, sondern als langsamen Diffusionsprozess, der fast unmerklich – aber doch gewiss – die Kulturen neu mischt und die alten Nationen langsam auflöst. S. 94 Ödflächen im Norden Europas können besiedelt werden, in modernster Planung und Architektur. Wir werden mit Unterwasserstädten experimentieren etc., vor allem werden wir uns aber politisch auf diese Klimaprozesswelt vorbereiten müssen: in dem wir die Fragen der Staatsbürgerschaft neu denken, Eigentumsrechte reflektieren, Grenzen aufheben, neue Toleranzen einführen etc. Was für viele sich weiterhin radikal anhören mag, wird angesichts der Klimaprozesse nicht nur später selbstverständlich sein, sondern hat bereits heute Modelle: Richard Florida (2002) zeigt uns, dass wir längst globale creative centers haben, die weltweit hochmobile Wissensarbeiter anziehen. Dabei erkennen wir, wie es bereits jetzt verständlich sein könnte, dorthin zu ziehen, wo Arbeit und Leben sich ideal verbinden. Das sind die Modelle und Muster für die Mobilitätsprozesse, die im Klimawandel sich vollziehen werden. Wir werden dann keine teueren Häuser mehr bauen, die Bildungskosten senken und Mobilität üben. Statt ökologischem Widerstand werden wir soziale Intelligenz entwickeln. Deshalb ist das Bildungsthema für die Nachhaltigkeitspolitik mindestens genauso wichtig wie die Umweltpolitik, wenn nicht, `a la longue, wichtiger. Bildung generiert Migrationskompetenz. Das Klima wird uns unsere Kulturen neu mischen. Wohin sollen die, die von klimatischen Prozessen betroffen sind, ziehen? Für die high-level-workers haben wir bereits jetzt international Mobilitätsmodelle. Was aber mit den low-level-workers? Denn nicht die Überflutung der norddeutschen Tiefebene — das prekäre Beispiel — wird uns beschäftigen, sondern die Verödung afrikanischer Landschaften der Subsahara, vielleicht auch schon südeuropäischen Ackerbaus. Und die Wasserverknappung im Nahen Osten, Überflutungen in Bangladesh etc. Unmengen nicht ausgebildeter Menschen werden sich in andere Territorien aufmachen, wo sie weder Boden noch Arbeit finden. Das Flüchtlingslager wird zu einer neuen Lebensform, oder neue banlieues vor den Metropolen. Beide Formen sind entkulturalisierte Areale, Dispositive der Gewalt. Wir haben keine Modelle dafür, außer der Alimentierung der Lager. Es ginge dann aber nicht mehr um »Flüchtlingshilfe«, sondern um heruntergekommene Formen des globalisierten welfare-state. In den nordatlantischen Staaten haben wir keinen Bedarf für diese low-level-worker. Wir gehen gerade in eine Phase der digitalisierten Wissensgesellschaft (mit eigenen Problemen unausgebildeter jugendlicher). Je größer dieser Migrationsdruck wird, um so eher werden wir das Ahmenderungsareal außerhalb unserer Grenzen wissen wollen. Je höher die Migrationsmobilität, desto unwilliger ihr Empfang. S. 95 Es ist interessant, dass der Islam sich als eine transnationale Religion verkündet, dessen Konzept der religiösen Gemeinschaftlichkeit auf westliche Produktivitätseuphorien meint verzichten zu sollen. Er hat das Potential, die dominante Migrantenreligion zu werden, da er die Inklusionsverweigerung der nordatlantischen Staaten in ein Programm umkehrt, dass ein Muslim sowieso nicht im Westen aufgehen wolle. So kann der Migrationsdruck seine tendenzielle Verelendung in einen spirituellen Tensor transformieen, der die Deterritorialisierung großer Migrantenenklaven in heilige oder andere Kriege ausarten lässt (zumal sie dann ja, als Migrantenkohorten, bereits in dem Land sind, gegen das sie anzugehen religiös motiviert werden). Dagegen würde das Christentum eher in den Status einer Abwehrreligion fallen. Über die kulturellen Prozesse machen wir uns — CO2 - und finanzbeschäftigt — noch kein Bild. Der radikale Islam erinnert uns erst nur wieder an die Kraft des Glaubens derer, die nicht anderes mehr haben. Dass wir in unseren Sphären dagegen die Wohlstandspositionen halten wollen, wird eine selektive Migrationspolitik hervorrufen, die nur kompetentes human capital einwandern lässt, als Kompensation für unsere demographische Ausdünnung. Die Klimaänderungen werden Probleme (und Kosten) generieren in Dimensionen, die wir momentan noch gar nicht mit dem Thema in Verbindung bringen: Politiken dosieren ethnical mixen, »Entwicklungshilfe« als Dauerfinanzierung globaler Hartz-IV-Landschaften, militärische Sicherungskosten, neue anti-epidemiologische Strategien und Institutionen, aber auch neue Rassismen, elitäre Religionen sowie Freiheitsbegrenzungen (womöglich »genetisch« begründet). Wir werden die neoliberale Phase, der wir gerade entrinnen, als vergangenen Raum einer Freiheitskultur sehnsüchtig erinnern. Der climate change evoziert einen cultural change, der nicht höhere Grade der Emanzipation generiert, sondern uns adaptiv ökologisch binden wird. Das schöne Bild ökologischer Adaption aber bedeutet: Senkung der Einkommen, des Wohlstandes und der Freiheiten".

Anthropogene Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg

"Die anthropogene Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg würden aufgrund der Zeitskalen,die mit Klimaprozessen und Rückkopplungen verbunden sind, über Jahrhunderte andauern, selbst wenn die Treibhausgaskonzentrationen stabilisiert würden"[5] Temperaturveränderungen nach unterschiedlichen Annahmen:

Temperaturänderung nach verschiedenen Szenarios[6]

Erneuerbare Energien+Klimaschutz Grafik 01.jpgErneuerbare Energien+Klimaschutz Grafik 02.jpg

Klimakalkulator des IPCC

Der International Panel of Climate Change (IPCC) hat auf der Basis von Google Earth Vorausschätzungen der weltweiten Temperaturveränderungen durch den Klimawandel vorgelegt. Die Ergebnisse für die Zeiträume 2010, 2050 und 2100 sehen Sie an den drei Abbildungen, die sich vergrößern lassen. Das Programm lässt sich individuell auf beliebige Jahre einstellen.

IPCC Climate Projections

As part of IPCC's Fourth Assessment Report (2007), model projections were made based on analyses of various computer climate models running within different emissions scenarios. The climate model projections shown here are ensemble averages of all the climate models for mean surface temperature and mean precipitation.Temperature and precipitation changes are calculated using decadal multi-model means (source: British Atmospheric Data Centre) for the 21st century and indicate departure from the period 1961-1990 for three emissions scenarios:

  • High emissions scenario (A2)
  • Medium emissions scenario (A1B)
  • Low emissions scenario (B1)

A convergent world with the same global population as in the A1B storyline but with rapid changes in economic structures toward a service and information economy, with reductions in materials intensity, and the introduction of clean and resource-efficient technologies.Under this scenario, atmospheric carbon dioxide concentrations are projected to rise to 550 ppmv by 2100. This increase, together with other greenhouse gases, leads to a projected global mean temperature increase of 1.1-2.9°C.

There is considerable uncertainty in the projections of temperature and precipitation change. The ranges given for the global mean temperature change above are IPCC estimates of the "likely" range of future temperatures for each scenario, by which it is meant that there is a 2 out of 3 chance that the actual temperature change would fall within that range. For information about the scenarios, click here or To play tours of the scenarios, click here."[7]

Klimaskeptiker

Da Klimaskeptiker sich oft einseitiger und punktueller Argumente bedienen, gewollt oder ungewollt allen jenen in die Hände arbeiten, die bei einer beherzten Klimapolitik etwas zu verlieren hätten, ist es nötig, sich mit den Argumenten und deren Widerlegung auseinanderzusetzen. Daher hier einige Materialien und Links zu seriösen Auseinadersetzungen mit den Einwänden.

Geo-Engineering + Klima

Geo-Engineering ist ein sehr kritisches Feld, weil suggeriert wird, dass mit grosstechnischen Eingriffen die Umstellung der Produktions- und Konsumtionsformen entbehrlich würde. Wir leben aber in einer endlichen Welt, deren Ressourcen übernutzt und knapp werden. Dennoch ist es notwendig, die Ansätze und Denkweisen zu kennen. Nur deshalb stehen hier Dolumente dazu.

Links zu Klima und zum Klimawandel

Länder-Rangliste des Klimaschutzindex 2009

Aktuelle Dokumente zur Klimaveränderung

Das Ziel, den globalen Temperaturanstieg durch Strategien gegen den Klimawandel auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, ist laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Europa technisch und wirtschaftlich umsetzbar. Die Treibhausgas-Emissionen können in Europa bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden. Diese Ergebnisse liefert die ADAM-Europa-Studie, die das Fraunhofer ISI im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt hat. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Optionen für Emissionsreduktion zügig gestartet und engagiert verfolgt werden.[8] Den ganzen Text der Meldung und die Studie finden Sie hier:


Global Sustainability – A Nobel Cause

Pik deckblatt.png

Ein Buch von Schellnhuber, H. J., M. Molina, N. Stern, V. Huber and S. Kadner. Erschienen bei Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, USA ISBN-13: 9780521769341 Sprache: Englisch

"In his ‘Berlin speech’ of 2009, the German President Horst Köhler called for the next industrial revolution to be an ‘ecological industrial revolution’. The turnaround that he called for comprises a revolution of efficiency in energy and resource use. It must also put an end to the externalization of social and environmental costs, and address the categorical imperative of responsibility, including responsibility towards future generations. Beyond an unprecedented boost to investment in science and technology, the Potsdam Memorandum also calls for a ‘removal of the persisting cognitive divides and barriers through a global communication system’"(from Part VI).

PART I The Great Transformation

PART II Climate stabilization and sustainable development

PART III Institutional and economic incentives

PART IV Technological innovation and energy security

PART V A global contract between science and society

PART VI The Potsdam Memorandum

Klimaschutz

Klimaschutz und Investment: Im Gespräch: Kevin Parker „Keiner kommt am Klimawandel vorbei“ Der hohe Ausstoß an Kohlendioxid in der Welt wird zunehmend ein Thema für die Finanzmärkte. Davon ist Kevin Parker überzeugt. Der Amerikaner leitet die globale Vermögensverwaltung der Deutschen Bank.


Klimawandel in NRW

2012 Klimafolgen in NRW schon deutlich zu spüren

Phänologische Jahreszeiten NRW

Ministerium legt Broschüre zum Klimawandel in NRW vor / Klimafolgen in NRW schon deutlich zu spüren – Vegetationszeiten verschieben sich – Rheintemperaturen steigen 3.6.2012

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: Der Klimawandel in NRW wird in Zukunft zu deutlich mehr Wetter¬extremen führen und sich damit auf die Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen in Nordrhein-Westfalen auswirken. Schon jetzt sind die Folgen auf die Umwelt teilweise deutlich zu registrieren. „Der Klimawandel ist kein abstraktes Gebilde. Er trifft jeden. Deshalb ist der Klimaschutz eine der größten Herausforderungen, vor der die Menschheit steht“, sagte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel. „Klimaschutz ist nicht nur eine Frage der internationalen Gerechtigkeit, sondern auch eine der ökologischen und ökonomischen Vernunft.“ So habe sich etwa die Zahl der wetterbedingten Schadensereignisse nach Analysen der Münchener Rückversicherung in den letzten 40 Jahren in Deutschland bereits mehr als verdreifacht. NRW kann sich diesem Trend nicht entziehen. Das NRW-Klimaschutzministerium hat nun, aufbauend auf einem Fachbericht des Landesumweltamtes LANUV, eine Broschüre zum Thema „Klimawandel in NRW. Wie das Klima NRW verändert“ aufgelegt. Für diese 32 Seiten umfassende Broschüre hat das LANUV die verfügbaren Temperatur- und Niederschlagsmessungen der vergangenen 100 Jahre für Nordrhein-Westfalen ausgewertet.Die Kernaussagen des LANUV-Fachberichtes sind:

• Vegetationszeit Seit 1951 hat sich der Beginn der Vegetationszeit nach vorne verlagert: zwischen 1951 und 2009 um etwa 16 Tage.

• Jahresverläufe Für NRW ist festzustellen, dass sich der Beginn von Frühjahr, Sommer und Herbst im Vergleich zur Klima- Normalperiode im Jahresverlauf inzwischen deutlich nach vorne verschiebt. Während sich die Länge von Frühling und Sommer kaum ändert, nimmt die Länge des Herbstes um ca. 17 Tage besonders stark zu, die Länge des Winters um ca. 21 Tage ab.

• Niederschläge Die Niederschläge verschieben sich vom Sommer in den Winter.

• Zunahme von Starkregentagen Zunahme der Tendenz von Starkregentagen mit mehr als 20 Millimeter Niederschlag pro Tag, im Winterhalbjahr ist dies ausgeprägt signifikant. In den 2000er Jahren sind vermehrt lokale Starkregenereignisse aufgetreten, die in Siedlungsbereichen häufig zu Schäden geführt haben.

• Bodenerosionen Bodenerosionen durch Wasser verursachen in Nordrhein-Westfalen immer wieder Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, an baulichen Anlagen und Verkehrseinrichtungen. Starkregen ist hauptverantwortlich für diese Erosionen. Von 1937 bis 2007 konnte für zehn Messstationen im Ruhrgebiet eine signifikante Zunahme der sommerlichen Regen-Erosivität von 4 Prozent pro Dekade registriert werden. Zwischen 1973 und 2007 betrug die Regen-Erosivität sogar dramatische 20 Prozent pro Dekade.

• Gewässertemperatur Seit 1978 hat die mittlere Wassertemperatur des Rheins (Station Kleve-Bimmen) um etwa 1,2 Grad zugenommen. 1998 wurden zum ersten Mal seit Beginn der Messungen maximale Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad registriert.

Bürgerinnen und Bürger können sich anhand der neuen Broschüre ausführlich über die Klimafolgen in NRW informieren. Zudem hat das Ministerium jetzt jeweils eine DVD zum „Klimawandel in NRW“ und zur „Anpassungspolitik an die Klimafolgen“ veröffentlicht. Broschüre und DVDs können als Info-Paket bestellt werden. 08.06.2012 14:56 © 2012 Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

2009: NRW wird zum Verlierer des Klimawandels

Hitzewellen nehmen zu. NRW wird zum Verlierer des Klimawandels (RP 29.04.2009) In NRW vollzieht sich nach Ansicht von Experten der Klimawandel schneller als im Bundestrend. Prognosen zeichnen ein ernstes Bild: Die Hochwassergefahr steigt, Hitzewellen nehmen zu, für Kraftwerke wird das Kühlwasser knapp, und Wintersport im Sauerland ist ein Auslaufmodell.

Quellen

  1. Informationsdienst Wissenschaft 3-09
  2. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/1000_Jahr_Temperaturen-Vergleich.png
  3. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/1000_Jahr_Temperaturen-Vergleich.png
  4. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/1000_Jahr_Temperaturen-Vergleich.png
  5. Quelle: IPCC-Report 2007 WG1 - Deutsch - S.17
  6. IPCC Physical Science Basis Chapter 10 S. 766
  7. IPCC Homepage
  8. Informationsdienst Wissenschaft 1.12.09